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Kriegsende in Koblenz

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Bis zum Sommer 1944 hatte es in Koblenz nur vereinzelt Luftangriffe gegeben. Ab September 1944 jedoch wurde die Stadt vorrangiges Ziel der alliierten Streitkräfte. Von November bis Anfang Februar 1945 wurden 33 Großangriffe auf Koblenz geflogen. Besonders verheerend war der Angriff vom 06. November 1944, bei dem ein großer Teil der Altsstadt zerstört wurde. Ähnlich wie Koblenz erging es auch anderen Städten im Rheinland. Besonders Bitburg, Mainz und Trier wurden verstärkt angegriffen. Ziel der Alliierten war das „moral bombing“: Moral und Durchhaltewillen der Bevölkerung sollte gebrochen werden.

Am 11.Februar 1945 wurde Prüm in der Eifel eingenommen. Ab diesem Zeitpunkt befreiten die Amerikaner eine Stadt nach der anderen.

Die Bevölkerung war am Ende ihrer Kräfte. Seit dem totalen Kriegseinsatz am 25. September 1944 wurden neben alten und kranken Männern auch Kinder zum Dienst an der Front herangezogen. Die Menschen in den Städten wurden evakuiert. Wer blieb, wurde nicht länger versorgt. Während des gesamten Krieges starben nicht so viele Menschen, wie im letzten Kriegsjahr. Auch verhungerten mehr Menschen im „Hungerwinter“ 1944/45, als durch andere Kriegseinwirkungen starben.

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Etwa 1000 Menschen waren durch die Bombenangriffe ums Leben gekommen. Die Ernährungslage der Bevölkerung war noch immer kritisch. Zuteilungen, die man auf Bezugsscheine erhielt, lagen weit unter dem international anerkannten Existenzminimum. Es kam zu Einbrüchen in Lebensmittelgeschäfte und das Geschäft mit gefälschten Lebensmittelmarken florierte.

Die ehemalige Einwohnerzahl des Jahres 1939 von knapp 91 000, war beim Einmarsch der Amerikaner auf knapp 14 000 gesunken. Von ehemals über 25 000 Wohnungen waren nun weniger als 10 000 übrig geblieben. Am größten war die Wohnungsnot im Stadtkern, der zu 87% zerstört war. Die Situation verschärfte sich, als die evakuierten Bewohner und die Kriegsgefangenen heimkehrten. Innerhalb von wenigen Wochen wuchs die Bevölkerung auf 40 000 Personen an. Täglich strömten der Stadt 250-300 Personen mehr zu.

Zu diesem Zeitpunkt griff man zu außergewöhnlichen Mitteln: Die Festung Ehrenbreitstein über der Stadt Koblenz hatte den Krieg fast unbeschadet überstanden. Raum, der hier oben nicht bereits als Lagerraum für Kulturgüter unterschiedlichster Art genutzt wurde, wurde in Wohnraum umgewandelt. In der Ausstellung wird anhand des Schicksals der Familie Suderland erläutert, wie sich die Suche nach einer Wohnung in der Nachkriegszeit gestaltete und wie sie sich nach und nach ein immer komfortableres Zuhause auf der Festung schuf.

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