Die Kölner Museen

1942/43 lagern auch die Kölner ihre Museumsgüter aus. Bestände aus dem Wallraf-Richartz-Museum, dem Schnütgen-Museum, dem Kunstgewerbemuseum (heute Museum für Angewandte Kunst) und einigen anderen Kölner Museen werden auf die Festung evakuiert, aber auch Kunstwerke von Kölner Kirchengemeinden und Privatleuten.

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Als Aufseher und Verwalter wird der Museumsmitarbeiter Cornelius Schohs im Mai 1942 nach Koblenz versetzt. Wenige Tage später wird seine Kölner Wohnung beim sog. „1000-Bomber-Angriff“ beschädigt, daraufhin lässt er Frau und Tochter nachkommen. Die Familie wohnt zunächst möbliert, erhält Weihnachten 1942 eine Wohnung in der Langen Linie.

Der Oberpräsidenten der Rheinprovinz warnt die Kölner im März 1944 davor, dass die Festung moderner Angriffstechnik nicht standhalten kann. Zwischen April und August werden daraufhin Teile der Bestände in andere Bergungsorte abtransportiert. Gerade noch rechtzeitig, denn am 1. November 1944 durchschlägt eine Sprengbombe die Lange Linie bis zum Erdgeschoss. Durch diesen Treffer veranlasst, versuchen nun auch die anderen Museen und Archive ihre Bestände an sicherere Orte zu bringen. Doch diese Transporte verzögern sich bis Mitte Dezember, denn in Koblenz herrscht fast ständig Luftalarm, Bahnhöfe und Gleise sind teilweise zerstört und Treibstoff sehr schwer zu organisieren.

Während des Krieges kamen die Kölner Bestände recht glimpflich davon, doch in der Nachkriegszeit hatten sie unter Plünderungen zu leiden. Nach Kriegsende erlaubt die Kunstschutzabteilung der französischen Militärregierung nur vereinzelte Rücktransporte, denn Köln liegt in der britischen Zone. Erst im Februar 1949 gibt es einen generellen Erlass, der den Rücktransport von Kunstgut freigibt.

Cornelius Schohs verlässt während der gesamten Kriegsdauer seinen Posten nicht. Er und Gräfin Looz arbeiten eng zusammen.
Cornelius Schohs bleibt auch nach seiner Pensionierung mit seiner Familie auf der Festung wohnen. 1958 zieht sie in die Niedere Terrassenbatterie, wo heute noch die Tochter lebt.